Das Risk Management steht vor neuen Herausforderungen

Aufgrund der Covid-19 Situation fand der diesjährige Enterprise Risk Summit online statt. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen letzten Donnerstag am Enterprise Risk Summit 2020 teil. Im Zentrum standen vor allem Referate rund um die Herausforderungen des Risk Management und des Risk Managers in der aktuellen Krisensituation. Zudem stellte Prof. Dr. Stefan Hunziker zusammen mit Prof. Dr. Ute Vanini die Ergebnisse des ERM Report 2020 vor. Dieser beleuchtet die Rolle der Risk Manager in der COVID-19 Krise.

Summit Video 2020                                                                     ERM-Report 2020

 

  • Prof. Dr. Stefan Hunziker (Präsident SwissERM) & Prof. Dr. Ute Vanini (Professorin für Controlling und Risikomanagement): Präsentierten den aktuellen ERM Report 2020, der schwerpunktmässig die Rolle des Risk Managers in der Covid-19 Krise adressiert. In den meisten Fällen war der Risk Manager nicht auch der Krisenmanager, aber unterstützte natürlich mit Szenarien und Risiko-Analysen das Krisenmanagement. Die Krise hat einen Dualismus der Kompetenzen hervorgebracht und zeigt eindrücklich die komplexen Herausforderungen für Risk Manager. Allerdings glauben die Wenigsten an einen langfristigen Aufschwung der Risk Management Profession durch die Krise.
  • Alexander Hilsbos (Leiter Risk Management, Insel Gruppe AG): Referierte über den Risk Intake Process, d.h. wie Risiken es überhaupt in den Risk Management Prozess schaffen und welche Gefahren bei der Identifikation der Risiken bestehen. Insbesondere verdeutlichte er dabei den Einfluss von Biases & Fallacies, den man sich immer wieder bewusstmachen muss, um diese entsprechend kontrollieren zu können.
  • Martin Knuchel (Senior Director, Head of Crisis, Emergency & Business Continuity Management Lufthansa Group Airlines, Lufthansa Group Pandemic Coordinator): Brachte die Perspektive als Krisenmanager ein, der die oberleitende Verantwortung für die gesamte Krisenorganisation der Lufthansa Group trägt. Insbesondere die frühzeitige und ständige Auseinandersetzung mit Risiken wie der Pandemie helfen sich besser vorzubereiten. Auch wenn alle von der Ausbreitungsgeschwindigkeit dieser Pandemie überrascht wurden. Das ständige Beobachten des Weltgeschehens, die enge Kommunikation mit bspw. der WHO und innerhalb des Konzerns verbessern die Reaktionszeiten bei einer Krisenbewältigung.
  • Claudia Maron (Head of Governance, DATEV eG): Zeigte auf, wie wichtig eine klare Eingliederung des Risk Management in die Organisation ist, um dieses effektiv zu gestalten. Zudem unterstrich sie die Wichtigkeit der Integration des Risk Management und des Zusammenspieles mit anderen Governance-Funktionen im Unternehmen.
  • Dr. Daniel Imhof (Leiter Risk Management, Schweizerische Post):  Fokussierte sich in seinem Vortrag auf die frühzeitige Einbeziehung des Risk Managements in die Strategieentwicklung des Konzerns. Dadurch findet eine Transformation des Risk Assessment statt. Dies stellt die Geschäftsleitung inkl. Verwaltungsrat vor neue Herausforderungen und unterstützt die erfolgreiche Strategieentwicklung und –umsetzung.
  • Dr. Klaus Moosmayer (Chief Ethics, Risk & Compliance Officer, Novartis): Betont, dass nur ein ganzheitliches Ethics, Risk und Compliance Management eine starke zweite Verteidigungslinie bildet und damit zukunftweisend ist. Insbesondere die transparente Kommunikation auf allen Ebenen kreiert ein besseres Verständnis für diese Themen und trägt zu einer risikobewussten u Unternehmenskultur bei, die in Einklang mit Compliance steht.

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